Dairy Info Grid (DIG)

In der modernen landwirtschaftlichen Nutztierhaltung ist es heute unerlässlich, zur Herdensteuerung alle verfügbaren Daten zu nutzen. Der ursprünglichen Tierhaltung nach dem Vorbild der auf traditionelle Weise erlernten Praxis ist schon lange ein modernes Tierhaltungsmanagement gewichen, bei dem große Datenmengen anfallen und von Beratern, Tierärzten und den Landwirten selbst genutzt werden können. Allerdings ist der Integrationsgrad dieser Daten nicht immer derart beschaffen, dass alle Informationen in geeigneter Weise die optimale Kenntnis der Herdenentwicklung ebenso wie der Einzeltiere gewährleisten. Weitgehend ungeklärt ist bis heute beispielsweise im Bereich der Milchviehhaltung die Zusammenführung von monatlich routinemäßig erhobenen Daten der Milchleistungsprüfung (MLP) und diagnostischen Daten aus einem bakteriologischen Labor. Letztere rücken insbesondere im Zuge der stetig intensiver geführten Diskussion um den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung immer mehr in den Fokus.

Ziel des Projektes DairyInfoGrid ist daher folgerichtig, alle ohnehin anfallenden Daten eines Milchviehbetriebes mit denen eines insbesondere in der Diagnostik von Euterinfektionen genutzten Routinelabors zusammenzuführen, um so

·      die optimale (antibiotische) Therapie für infizierte Kühe in Abhängigkeit von der Heilungs-Prognose zu ermitteln,

·   aktuell und längerfristig als „gesund“ zu bezeichnende Kühe zu identifizieren, um bei diesen nach guter tierärztlicher Praxis einen Antibiotikaeinsatz vermeiden zu können,

·      langfristig euterkranke Kühe zu selektieren, um auch bei diesen einen aussichtslosen Einsatz chemischer Medikamente zu verhindern,

·   kurz- wie langfristige Herdentrends anhand universell beurteilbarer Kennzahlen aufzeigen und damit notwenige Maßnahmen auf Bestandsebene einleiten zu können, sowie

·        Änderungen der Infektions- und Resistenzsituation im Betrieb darstellen zu können, um auf Herdenebene den Einsatz von Antibiotika gezielt zu planen und damit mittelfristig senken zu können.

Die bovicare GmbH erfasst seit 2010 die Laborergebnisse ihrer Kunden in einer Datenbank, die so zusätzlich detaillierte Informationen zum Eutergesundheitszustand etwaig untersuchter Tiere enthält. Die Aufgabe des Projektes DairyInfoGrid ist seit 2013 darüber hinaus, in einem ersten Schritt die vorliegenden Daten der MLP aus den Betrieben in einem Datentool zusammenzuführen, um daraus die oben beschriebenen Informationen in für Landwirte und Berater leicht interpretierbarer Weise effizient zusammenzustellen. Auch für Forschungszwecke kann die DIG-Datenstruktur schnell wissenschaftliche Informationen aufbereiten.

Derzeit wird diese Zusammenstellung durch einen monatlich bereitgestellten Bericht repräsentiert, den Landwirte und Berater unmittelbar nach Eingang der Daten der Milchleistungsprüfung erhalten können.

 

Ansprechpartner: Dr. Peter Klocke

Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg und der EU gefördert.